Alles über feuergefährliche Materialien

Es ist sehr gefährlich mit dem Feuer zu spielen. Rammstein (Till Lindemann) hat eine spezielle Zertifikation Pyroeffekte zu demonstrieren. Till Lindemann besitzt seit 1996 eine Befähigung nach § 20 SprengG. Versuchen Sie nicht diese Pyroeffekte nachzumachen. Sie könnten sich oder andere Menschen schwer verletzen.

Leichtentzündliche Stoffe

Stoffe, die die folgenden Eigenschaften aufweisen, werden nach EG-Richtlinie RL 67/548/EWG als leichtentzündlich (flammable) eingestuft:
Sie müssen

  1. sich bei Raumtemperatur an der Luft ohne Energiezufuhr erhitzen und später entzünden können
  2. in festem Zustand sich an Feuerquellen entzünden und nach Entfernung weiter brennen können
  3. in flüssigem Zustand einen niedrigen Flammpunkt haben (unter 21°C)
  4. bei Berührung mit Wasser oder feuchter Luft hochentzündliche Gase entwickeln (min. 1l/kg/h)

Beispiele: Aceton, Benzin, Ethanol

Flammpunkt

Bei Flammpunkttemperatur erreicht eine Flüssigkeit einen Dampfdruck bzw. eine korrespondierende Sättigungsdampfkonzentration, die so hoch ist, dass sich das entsprechende Gas/Luft-Gemisch mit einer Zündquelle kurzzeitig entflammen lässt. Daher korrespondiert der Flammpunkt auch direkt mit der unteren Explosionsgrenze.

Einfach ausgedrückt ist der Flammpunkt die niedrigste Temperatur, bei der sich über einem Stoff genug brennbare Gase bilden, damit eine Oxidation in Form einer Flamme (kurzzeitig) stattfinden kann.

Die Verbrennung kommt am Flammpunkt zum Erliegen, auch wenn die Zündquelle nicht entfernt wird. Die nachströmende Dampfmenge ist nicht groß genug, um eine dauerhafte Verbrennung zu ermöglichen. Wenige Grad über dem Flammpunkt liegt der Brennpunkt. Ab dieser Temperatur ist eine dauerhafte Verbrennung, auch nach Entfernen der Zündquelle, möglich, denn die Flüssigkeitsoberfläche liefert dann brennbare Dämpfe in ausreichender Menge nach.

Randbedingungen:

  1. die Zündquelle (z.B. elektrostat. Funke oder Flamme) muss eine Mindestzündenergie erzeugen (Bsp.: für Methan 0,2 mJ),
  2. die Atmosphäre muss einen Mindestgehalt an Sauerstoff aufweisen (Bsp.: für Bisphenol-A 2,0 Vol%).

Brennpunkt

Als Brennpunkt einer Flüssigkeit wird die Temperatur bezeichnet, bei der der Dampfdruck so hoch ist, dass sich das entstehende Gas/Luft-Gemisch mit einer Zündquelle entzünden lässt, und die Verbrennung weiterläuft, wenn die Zündquelle entfernt wird.

Hat die brennbare Flüssigkeit eine Temperatur, die niedriger ist als der Flammpunkt, lässt sich die Flüssigkeit nicht mit einer Zündquelle entzünden. Erst wenn die Temperatur des Flammpunktes erreicht ist, bildet die Flüssigkeit in ausreichender Menge brennbare Dämpfe, welche sich dann entflammen lassen. Die nachströmende Dampfmenge ist jedoch nicht groß genug, um eine dauerhafte Verbrennung zu ermöglichen, wenn die Zündquelle wieder entfernt wird. Erst mit Erreichen des meist nur wenige Grade höheren Brennpunktes ist die gebildete Dampfmenge ausreichend, um eine dauerhafte Verbrennung zu ermöglichen.

Der Flammpunkt hat gegenüber dem Brennpunkt unter Sicherheitsaspekten eine weitaus größere Bedeutung, da bereits bei der niedrigeren Temperatur des Flammpunktes eine Entzündung von explosiblen Gas/Luft-Gemischen möglich wird. Die dabei entstehende Verbrennungswärme reicht nicht aus, um die Flüssigkeit bis zum Erreichen des Brennpunktes zu erwärmen.

Verbrennung

Eine Verbrennung ist eine Redoxreaktion unter Abgabe von Wärme, insbesondere auch von Licht und flüchtigen Stoffen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einer Verbrennung die Redoxreaktion eines Materials mit Luftsauerstoff. Zu unterscheiden ist eine Verbrennung in Form eines Feuers mit Flammenerscheinung von einer unvollständigen Verbrennung (Schwelbrand, Verkokeln), sowie langsamen und relativ kalten Oxidation, etwa beim Verrosten von Metallen oder innerhalb eines Lebewesens bei der „Verbrennung“, also der Oxidation von Nährstoffen, ablaufen.

Die Verbrennung in einem Feuer kann kontrolliert (Nutzfeuer), zum Beispiel in einem Ofen, einem Dampfkessel Feuerung oder Lagerfeuer, oder unkontrolliert (Schadfeuer) bei einem Brand erfolgen.